Familie Kroppach in Geita - Tanzania - Africa
So alltäglich und doch so neu
Last Updated on Monday, 19 July 2010 15:43 Written by Stefanie Kroppach Wednesday, 10 March 2010 13:47
Für viele von uns ist es ganz alltäglich jeden Tag Brot zu essen und man geht in die Bäckerei und kauft sich was man möchte, Roggen -, Misch-, oder Müslibrot. Viele können auch ganz einfach selber Brot backen.
Ganz anders ist es hier. Brot ist teuer und kaum einer ist es und wenn dann ist es was ganz besonderes, vor allem auch wenn man nur auf Holzkohle kocht und man keinen Backofen zur Verfügung hat.
In einer unserer Gruppen keimte seit langem die Idee Brot im Dorf selber zu backen damit man es nicht aus Geita teuer einkaufen muß.
Gestern also fuhren wir los und es gab eine Brot back Stunde.
Wie erwartet war nichts vorbereitet. worauf wir wiederum vorbereitet waren und so hatte ich Mehl Hefe Margarine dabei. Zucker, Salz und Trinkwasser konnten dann schnell zusammen gesammelt werden.
Bis alle Frauen da sind und wir die Holzkohle gefeuert haben und die großen Töpfe bereit sind ist eine Stunde vergangen. Unsere Mitarbeiterin Dina erklärt wie man die Zutaten zusammen mixt und alles wird genau in das Gruppenbuch aufgeschrieben. Beim Kneten packen die Frauen alle mit an. Sie sind aufgeregt. Brot hat noch nie jemand bei ihnen gebacken.
Während wir verschiedene Laibe formen und Brötchen rollen wird geredet und gelacht. Als dann alles in der Sonne steht zwischen Hühnern und Ziegen lese ich ihnen aus Johannes 6 vor. Vom anderen Brot, von Jesus, vom "nie mehr hungrig sein".
Später , es ist inzwischen halb sechs Uhr abends , kommt der große Topf auf das Feuer. Auf den Deckel legen wir heiße Kohle so haben wir einen Backofen mit Ober und Unterhitze.
Das Brot backt, wir bereden die üblichen Punkte und sammeln ihre Beiträge ein. Leider war die Kohle von untern viel zu heiß und das Brot ist etwas angebrannt, aber wir probieren und es schmeckt toll- alles sind begeistert. der Pastor freut sich.
"Ich kaufe das erste Brot dann essen wir heute Abend Brot und morgen gleich wieder" freut er sich.
Müde und fröhlich fahr ich heim. Dort wartet Daniel. Er hat heute ein Schwein mit unseren Mitarbeitern geschlachtet und etwa 70 Kilo Fleisch geschnitten.
Gott hat uns mal wieder einen sehr abwechslungsreichen und schönen Tag geschenkt
Habiba
Last Updated on Sunday, 28 February 2010 17:29 Written by Stefanie Kroppach Sunday, 28 February 2010 12:26
Nun ist gut eine Woche rum seit meinem letzten Artikel über das kranke Mädchen aus der Nachbarschaft . Gestern war die Mama mit ihr da. Es gab keine Verbandmaterial im Krankenhaus und so fragte sie um Hilfe.Klar startete ein allround Programm. Wir haben den Fuß verbunden und ich sah erfreut das die Wundränder anfangen sich zu schließen. Das Kind ist nicht mehr blass sondern hat im Gesicht eine schöne dunkle Farbe. Die Haut sieht besser aus.
Die Mama war mit Habiba bei der Mutter Kind Klinik. Das dreizehn Monate alte Mädchen wog 6 kg. Das ist ein Kilo weniger als letzte Woche, erschreckend, aber doch erfreulich, denn sie hat einiges an Ödemen ausgeschieden und kann nun anfangen "vernünftige" Kilo auf die Rippen zu bekommen. Wir versuchten sie mal aufzustellen, aber die Muskulatur ist völlig zurückgebildet, selbst den Arm zu heben um einen Stift zu greifen kostet das Mädchen große Mühen.
Aber ich bekam zu Schluss ein " fast Lächeln" . ich sah das erste mal das ihre Mundwinkel nach oben gingen und ich bin froh.
Ich hatte ein sehr gutes Gespräch mit der moslemischen Mutter. Sie sagte " wenn es wirklich einen Gott gibt, dann wird er uns auch helfen".
ich konnte ihr von Jesus erzählen, mal sehen ob der Same aufgehen kann. Die Mama braucht so viel Trost, denn ihr ganzes Leben ist ein einziges gescheitert sein. Froh erzählte sie mir das sie zum HIV Test war und dieser negativ war.
ich sagte ihr, das wüsste ich schon, denn sonst hätte sie ihrem Kind niemals Blut spenden dürfen. Trotzdem freue ich mich über ihr Vertrauen, mir dies zu erzählen. Trotz der hohen Durchseuchung von Aids ist das immer noch ein Tabuthema.
Statt Verbände mit zu nehmen will sie hier zu mir kommen. Ich freue mich schon, so kann ich sicher gehen das klein Habiba etwas Obst und Milch bei mir essen kann und nicht wieder bei Maisbrei stecken bleibt
Recycling Ofen
Last Updated on Monday, 19 July 2010 15:44 Written by Daniel Friday, 26 February 2010 20:20
Das allgemeine Bild ist ja, dass wir hier den Menschen helfen und was beibringen, dem ist aber bei weitem nicht immer so! Denn es gibt hier nicht weniger Menschen mit Potential als in Deutschland, oder vielleicht sogar mehr? Die meisten Menschen bekommen leider nie die Chance!
Oft stellen wir uns die Frage, was wäre aus so und so geworden, hätte er die Chance auf Bildung gehabt!
John ist so jemand! Er kommt immer wieder mit einer seiner Erfindungen die mich tief beeindrucken. Denn er erfindet Dinge in einer Komplexität das ich oftmals selbst erst googeln muss um es zu verstehen! Letztes Jahr kam er mit der Zeichnung einer Wasserpumpe die durch Wellenbewegung betrieben wird. Er hat nie eine weiterführende Schule besucht, aber die Zeichnung war genial und ich habe sie an einen amerikanischen Flugzeugkonstrukteur gesendet, der als Hobby Wasserpumpen baut. Er war begeistert und hat alles durchrechnen lassen und sie würde wirklich funktionieren. Solch eine Pumpe gibt es bereits, aber John hatte keine Vorlage und hat trotzdem sie nochmals erfunden!
Jetzt kam er mit der Antwort auf eine Frage die ich ihm letztes Jahr stellte. Und zwar ob es nicht eine Lösung geben könnte, einen Ofen zu konstruieren, der die Unmengen an Abfall Reisschalen und Sägemehl als Brennstoff nehmen kann.
Die Lösung ist ein aus Abfallmetall gebauter Ofen der sich mit jedem der beiden Materialien betreiben lässt und mit hoher Effizienz verbrennt. Durch die abgeschlossene Konstruktion verbrennt eine Füllung erst nach 6-8 Stunden! Das heißt, dass man mit Material was nichts kostet, und so oder so anfällt, stundenlang kochen kann.
Wir haben jetzt hier einen Testlauf gemacht und der Ofen hat sich bewährt. Noch ein paar kleine Korrekturen hier und da und dann könnte es wirklich eine tolle Alternative sein zum Abholzen von nicht vorhandenen Wäldern.
Deborah
Last Updated on Saturday, 20 February 2010 16:18 Written by Steffi Saturday, 20 February 2010 15:48
Sie war kaum ein Jahr als die Mutter starb. 10 als ihr Vater starb und somit starb jegliche Chance einmal zur Schule gehen zu können. Es gab keine Anverwandten und so blieb sie mit ihren älteren Geschwistern alleine zurück. Mit 13 oder 14 wurde sie das erste mal schwanger. Nach der Geburt hatte das Baby Probleme und blieb im Krankenhaus und die Rangelei zwischen 2 Krankenschwestern mußte das Baby mit dem Leben bezahlen.Deborah wurde wieder schwanger und ein drittes mal. Nun ist sie 19 Jahre alt. Von ihrem mann hat sie sich getrennt und alles was sie hatte verkaufte sie um hier nach Geita zu ihrer Schwester zu kommen.
Nie eine Chance
Das jüngste Kind Habiba kam mit, das dreijährige blieb beim Mann.
Habiba wurde krank, die Mama stillte ab. So nahm das Unglück wieder seinen Lauf. Sie bekam Würmer, Malaria und andere Infektionen... rutschte in eine massive Mangelernährung.
So fand ich sie Anfang dieser Woche. Von den massiven Wasssereinlagerungen in den Beinen ( durch Unterernährung hervor gerufen) war der eine Fuß nur noch eine Fleischwunde bis auf den Knochen. Das Kind am wimmern, die Mama teilnahmslos. Sie hatte schon alle Hoffnung aufgegeben, noch nicht mal auf meine Fragen wollte sie antworten. ich versprach ihr wieder zu kommen und kam wieder- damit hatte sie nicht gerechnet. Im Krankenhaus wurde sie weg geschickt. Also entschieden wir gemeinsam hin zu gehen. leider bekommt man mit weißer haut hier mehr Aufmerksamkeit und darauf hoffte ich und der Plan ging auf.
Freundlich aufdringlich konnte ich erreichen, das das Kind stationär aufgenommen wurde. Was erntet die Mama? Bittere Vorwürfe- keiner fragt wie es dazu kommen konnte. keine Gnade für jemanden der sein Kind so weit kommen lassen kann.
ich verabschiede mich und sage das ich abends noch mal komme.
Es wird Abend und ich komme wieder und es ist Nichts passiert. Die Mama ist sauer will nach Hause. Wozu soll sie bleiben, sie machen ja eh nichts.Also gehe ich noch mal zur Schwester und rede mit ihr. Wir können einen Arzt sehen und zumindest eine Blutkonserve können wir raushauen, eine Malariabehandlung und etwas Paracetamol.
Im Labor spendet die Mama ihr Blut, das direkt an das Kind angehängt wird. Das hat was gutes. Hätte sie Aids hätte man sie nicht genommen. Somit scheint auch das Kind zumindest davon erst mal verschont zu sein.
Heute morgen komme ich wieder.
Das Kind hat Farbe im Gesicht, wirkt wach und ißt mit riesen Appetit. Von dem Geld das ich da ließ wurde leider nicht das Gesunde Essen gekauft wie ich es sagte, aber naja, Step by step.
deborah sagt, das Mädchen hätte gepinkelt wie ein Weltmeister. Ich freue mich, denn das heißt das sie ein Teil der Ödeme ausschwemmt und so etwas Entlastung für die haut entsteht.
Morgen wird sie wahrscheinlich heim kommen und ich habe beschlossen die nächsten 2 Wochen jeden Tag einen halben Liter Milch zu sponsern.
Die Mama ist Moslem, betet das sie dadurch etwas von einem gnädigen Gott lernt, dem sie nicht egal ist
Erstes offizielles Gruppenmeeting
Last Updated on Tuesday, 19 May 2009 10:40 Written by Steffi Sunday, 10 May 2009 19:17
Gestern durfte ich Daniel mal ablösen und mit Angelina zusammen ins Dorf fahren. Dort haben wir bei 2 Gruppen den offiziellen Startschuss gegeben.
Erstes Treffen war für 3 geplant und um 4 waren etwa 1/3 der Leute da.
Es wurde quasi der Verlauf der zukünftigen Treffen vorgestellt. Die ersten Buchführer wurden gewählt und die Gruppe musste entscheiden für welchen Zeitraum. Dann wurde abgestimmt wie viel jede Woche gespart wird. Beide einigten sich auf etwa 30 Cent die Woche. Das kam mir recht viel vor ist es doch etwa ein viertel eines Tagelöhnerlohns hier.
Dann kam ein heikles Thema: Strafen zahlen. Für zu Spät kommen, für nicht erscheinen … Ich war sehr gespannt- und nachher enttäuscht 100 sh Strafe wenn man sich mehr als 1,5 Std. verspätet. Für mein deutsches Empfinden eine untragbare Entscheidung. Bei anderen war es wiederum 15 min…
Jede Gruppe hat die Aufgabe sich ein gemeinsames Projekt zu überlegen. Das soll sie in ihrem Zusammengehörigkeitsgefühl stärken. Da kommen interessante Ideen. Wir schmeißen alle Eier von uns zusammen und dann lohnt es sich sie in Geita auf dem großen Markt zu verkaufen. Wir kaufen Fisch und räuchern ihn und verkaufen ihn.
Gemeinsamer an und Verkauf von Reis. Tonziegel brennen.
Ideen sind da, und nun heißt es im nächsten Treffen zu überlegen, wie und was man wie anfängt und durchführt. Jeder bekommt nun so etwas wie sein eigenes Sparbuch und dann wird gesammelt.
Bei einigen sah es gut aus, bei anderen schlechter. Die „Regel“ sagt eigentlich das man sich an einem neutralen Ort trifft. Eine Gruppe wählte das Baumwolllager, die anderen die Dorfmitte.
In der Dorfmitte ergab sich das Problem, das zwei Mitglieder direkt hinter dem großen Platz wohnten und ständig andere mit Trinkwasser versorgten. Andere riefen ständig Kindern hinterher, irgendwo kam ein Gast und eine Frau verschwand mal eben schnell um Hallo zu sagen…. Alles zusammen viel Unruhe und die ganze Stunde über war nicht einmal alle zusammen anwesend. Das ist schon kein guter Anfang und zeigt, das man manche Basiselemente einfach beherzigen muss, denn sonst ist die nötige Disziplin nicht da.
Wir sind gespannt wie es weitergeht. Momentan sind die Gruppen auf etwa 7-10 Leute zusammengeschrumpft , man ist vorsichtig.
Bitte betet, das sich die Gruppen auf bis zu 20 Leuten auffüllen und das eine gute Dynamik entsteht.
Page 5 of 5


















