Familie Kroppach in Geita - Tanzania - Africa
Jugendtag
Last Updated on Saturday, 24 April 2010 19:43 Written by Stefanie Saturday, 24 April 2010 16:17
1Tim.4,12-13
Letzte Woche wurde spontan angekündigt, dass die Jugendlich der evangelischen Allianz hier in Geita am Samstag einen Marsch durch die Stadt veranstalten werden.
Etwas ungeplant tauchten dann am Freitag abend einige der Jugendlichen unserer Gemeinde hier auf um eine Bettlaken und Farbe zu erfragen um ein Banner zu malen.
2 Stunden vor Abmarsch kamen sie dann heute morgen und mit vereinten Kräften wurde gepinselt.
Leider wollte die Polizei ihre Eskorte nur eine Stunde früher zur Verfügung stellen und so lief der Trupp glatt ohne uns los da die Jugendlichen nicht früh genug fertig wurden mit dem Banner.
Also hieß es schnell ins Auto und hinterher. So reihten wir uns etwas später in den Trupp ein. Pfeifend, singend und mit Plakaten bewaffnet ging es dann einmal quer durch die Stadt. Leider war die Polizei sehr eilig und so war es eher ein Rennen als ein Marsch, was aber dem Spass dabei keinen Abbruch tat.
Nass geschwitzt und etwas aus der Puste kamen wir dann bei der anglikanischen Kirche an.
Dort war riesen Stimmung. Aus allen Gemeinden waren die Jugendchöre gekommen und so wurde erst einmal für zwei Stunden nur gesungen. Das Schöne war, immer wieder sprangen Leute nach vorne und machten mit bei den Chorchoreographien...
Für die Jugendlichen war es sicher ein tolles Erlebniss, eine solche Gemeinschaft zu erleben.
Obenstehender Vers war der Leitvers des Tages. Viele mutmachende Worte wurden zu diesen Versen gesagt.
20 Dinge an denen du merkst Du lebst in Tansania
Last Updated on Sunday, 18 April 2010 17:24 Written by Stefanie Kroppach Sunday, 18 April 2010 07:39
Du lebst in Tansania wenn…
… du so aggressive Ameisen in deinem Garten hast, dass sie glatt deinen Hund umbringen könnten
…Mangos und Ananas `en Appel und `en Ei kosten, Apfel und Ei dagegen geradezu unerschwinglich sind
… alle deine Elektrogeräte die Grätsche machen, da der normale Strom bei 140v und nicht 220v ist
… du dein Trinkwasser erst abkochen oder durch einen Filter schicken musst bevor es in dein Glas kommt.
… dein Volvo Familien Kombi ein Toyota Landcruiser mit Allradantrieb ist.
… deine Kinder sich wundern warum die Menschen in Deutschland Papier an die Wände kleben
… du voller stolz eine Puffotter in deinem Garten gefangen hast statt einen lästigen Maulwurf
… wenn man vor Freude im Regen tanzt weil sich die Wassertanks wieder füllen.
… ein Cappuccino das Highlight des Tages ist.
…die jungen Frauen und Mädchen vor dir knicksen wenn sie dich begrüßen
… wenn der Gemeindechor beim singen mit 150 db es locker mit einem Düsenjet aufnehmen kann.
… du einen kreisrunden Regenbogen sehen kannst da die sonne im Zenit steht
… Flöhe, Kakerlaken und Geckos dir als Mietnomaden das leben schwer machen
… 200 Schwarzstörche sich in deinem Garten sammeln um nach hause zu fliegen.
… dein Handy nur 1 sec klingelt und du den Anrufer dann auf eigene Kosten zurückrufst
… der nächste Supermarkt, wo man Käse und Wurst und Joghurt bekommt etwa 3 Auto Stunden entfernt
… man bei einem Spaziergang mindestens dreimal angesprochen wird mit den Worten „ Hey Weißer kauf mir eine Soda“
… deine Milch etwa 20 km auf einem Fahrrad über Stock und Stein geschaukelt wird bevor sie in deinem Topf landet
Ostern und danach
Last Updated on Saturday, 10 April 2010 15:06 Written by Steffi Saturday, 10 April 2010 14:34
Ostern waren für uns die letzten großen Feiertage in Tanzania bevor es nun zurück nach Deutschland gehen wird. Wir sind schon unter die 2 Monate marke gerutscht. Wir waren hin und her gerissen, zwischen in Geita bleiben und die tage mit Lieben Menschen hier zu verbringen oder noch mal eine kleine "Safari" zu starten. wir beschlossen nach Bunda zu fahren mit einem Abstecher nach Musoma. In Bunda leben Freunde von uns die wir noch aus unserem ersten Jahr in Musoma kennen und die uns zu sehr wertvollen Weggefährten geworden sind. Wir wollten gerne persönlich und nicht über SMS good bye sagen.
Wir schliefen bei Charles und Karen einem ältreren amerikanischen Ehepaar. Was wir sehr genossen, denn sie sind so gastoffen und waren in der letzten Zeit sehr geplagt mit allen möglichen Krankheiten und bei Charles wurde haut Tuberkulose festgestellt und nun gesundet er so langsam vor sich hin und genoss die Abwechslung mit " Ersatzenkelkindern" die um ihn herumtobten.
Am Ostersamstag ging es nach Musoma, wo wir auch kurz unsere Kollegen Maike und Anke trafen und viele, viele neue Missionare die seit wir weg sind dort ihren Dienst tun.
Ostersonntag gab es natürlich ein Ostereier suchen und wir fuhren zu einer Lodge ausserhalb der Serengeti wo die Kinder sich in einem Pool austoben konnten und wir Erwachsenen uns mal ruhig unterhalten konnten.
Wir genossen eine tolle Zeit mit Menschen die wir ohne das Wunder von Ostern sicherlich niemals kennengelernt hätten, das gibt uns Grund dankbar zu sein.
Zurück in Geita hatten wir besuch von einer FSJ'lerin. Es ist immer wieder schön wenn Menschen in unser Leben schneien um Missionsarbeit kennen zu lernen. Und noch schöner ist es wenn sie nacher abfahren und sagen, hey es war toll bei euch, tolle Arbeit. Wir hoffen das wir auch dort dienen können. Indem Leute hier kurz mal verschnaufen können und deutsche Hausmanns Kost geniessen :-)
Rundmail März 2010
Last Updated on Saturday, 27 March 2010 20:43 Written by Daniel Saturday, 27 March 2010 20:38
Unsere Kleinsten zu Hause
Last Updated on Saturday, 27 March 2010 17:22 Written by Stefanie Kroppach Friday, 26 March 2010 14:43
Seit einigen Tagen haben wir im Haus ein paar Untermieter die sich als rechte Plagegeister entpuppt haben. Sie sind winzig, extrem sportlich und Meister der Tarnung. Sie zu sehen oder gar zu erwischen ist fast wie ein Sechser im Lotto. Auch wenn wir inzwischen so ganz eigene Methoden entwickelt haben bei unserer - Flohjagd.
Noch sind wir am rätseln wie es dazu kommen konnte das geradezu ein Invasion auf unserem Grundstück landete. Unsere Hunde sind übersäht und auf dem Schotter hüpft es im Dämmerlicht munter herum. Nachdem vor allem Nele und ich von Kopf bis Fuß mit Flohbissen übersäht sind griffen wir zur harten Keule. Hier bekommt man alle Chemikalien, die in Deutschland längst verboten sind - sicher auch mit gutem Grund, aber das hinterfragen wir lieber nicht, denn etwas gesundes bekommt man eh nicht.

Also wurde das gesamte Grundstück eingesprüht, die Hunde dreimal, alle Sofas abgezogen und gewaschen, die Gestelle mit dem Hochdruckreiniger bearbeitet, sowie das Bett von Nele und die Teppichläufer. Aus Ermangelung an Alternativen wurde das Hundeshampoo ins Putzwasser geschüttet und der Boden geschrubbt, alle Decken und der gleichen in die Sonne gehangen.
Fix und Foxi sassen wir abends auf der Couch und dachten "Jetzt haben wir sie", denn nachdem auch wir selber alle ein Vollbad nahmen und in der Hitze in heißem Wasser schwitzten dachten wir, nichts kann das überleben.
Nicht so die Flöhe. Heute bin ich seit 4 Uhr wach, weil das Jucken mich in den WAHNSINN treibt und mir im Laufe des Vormittags zwei dieser Frechdachse unter die Nase hüpften nur um mir zu zeigen , dass sie schneller sind als ich.
Also für alle Tipps und Tricks sind wir dankbar.
Allerdings haben wir somit den traditionellen Frühjahrsputz beendet und im Moment besitzen wir wohl das sauberste haus in ganz Geita
Kilio... oder Beerdigung
Last Updated on Sunday, 21 March 2010 11:02 Written by Stefanie Kroppach Friday, 19 March 2010 17:10
Der kleine Junge hat kaum ein paar Stunden gelebt, und bei der Geburt war noch alles normal, ausser das er mit 5,9 kg wirklich ein dicker Brocken war. Doch dann ging es los, er baute ab, blutete aus Nase und Mund, jedoch nicht so stark, man gab ihm was über eine Maschine ( so sagte die Mama, ich denke es war Sauerstoff) und es ging, doch dann war der Strom weg, die Maschine funktionierte nicht mehr und das kleine Baby starb. Ich wollte noch vorbei, aber er starb, bevor Besuchszeit war.
Es war das 4. Kind von 6 Schwangerschaften, das die Mutter verloren hatte.




Am tag drauf ( heute) ging ich hin um mein Beileid auszudrücken. Was sagt man da wenn man noch nicht mal in seiner Muttersprache die rechten Worte findet?
Ich saß bei der Mutter, zusammen mit einigen anderen Frauen. In einem kleinem Schlafzimmer eingepfercht. Hinter einem Vorhang, lag noch das Baby.
Die Mama ein Häuflein Elend ist nur am weinen, ganz nach meiner Intuition nehme ich sie in den Arm, das läst Dämme der Tränen brechen. Oft hören die Frauen nur " hör auf zu weinen" Oder du darfst nicht weinen" Warum denke ich, wenn die tränen helfen soll sie weinen bis sie nicht mehr kann.
Sie erzählt ein wenig und ich höre zu. Die Frau ist Moslemin und ein paar Jahre jünger als ich. Ihr Mann kam gerade erst nach Hause er war etwa 300 km weit weg bei der Arbeit in einer Mine.
Sie warten nun auf den Imam um das Kind zu beerdigen. Die Frauen wollen das Kind schon mal waschen und mit Kokosöl einschmieren, doch eine christliche Hand würde das Kind beschmutzen, also warten wir. Dann geht die Bibi ( Oma ) zum Vater und sagt: "Das ist doch Quatsch, das Kind hatte nie die Chance zu sündigen, es ist rein und es wird ein Engel sein, es ist schon ein Engel."
Er ist einverstanden und wir waschen das Kind und ich mache ein Photo. Wir warten wieder und inzwischen sind 2,5 Stunden ins Land gezogen. Endlich kommt der moslemische Trupp. Wir gehen raus und lassen sie singen und ihre Gebete halten. Als das Kind in Leinen gewickelt und in eine Strohmatte gerollt ist fahren sie weg.
Das sind nur die Männer. Wir Frauen bleiben zurück. Wie grausam finde ich, das die Mutter nicht am Grab Abschied nehmen kann.
Inzwischen ist schon Essen gekocht und alle warten das die Männer zurück kommen, damit man gemeinsam Essen kann. Ich gehe denn es ist schon früher Abend.
Man sagte mir , das man ein Grab gräbt und dann eine Nische unterirdisch buddelt, wo die Moslems den Leichnam reinlegen. Vielleicht das man es nicht sofort findet? Ich denke an die Pharaonen in Ägypten.
Wie gerne hätte ich mehr über meinen Gott erzählt, der es uns so einfach macht bei ihm zu landen, ohne alle möglichen dinge die man tun muß und so weiter, aber was soll man sagen wenn man nicht versteht warum das Kind starb.
Ich werde die Mutter weiter besuchen, die hat Fragen und braucht Trost.
Sie war mal Christ, denke ich bevor sie ihren Mann geheiratet hat, aber so ist das oft hier. Moslemische Männer nehmen sich christliche Frauen und diese wechseln ihren Glauben.
Ich durfte viel lernen heute im Zuhören von dem was die Frauen so erzählen, ich bin gespannt, wie es weiter geht. Einige werden mich nicht vergessen und vielleicht kommen sie ja mal vorbei auf einen Tee, zu der Weißen die eine Tansanierin ist, denn sie kommt und hat Zeit für uns. Welch ein Lob für mich.
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