Familie Kroppach in Geita - Tanzania - Africa
Nairobi-wir sind immer noch da
Last Updated on Wednesday, 24 June 2009 08:13 Written by Stefanie Sunday, 21 June 2009 18:35
Nun sind zweieinhalb Wochen um und langsam drängt es uns zurück nach Hause. Wir hatten eine tolle Zeit und man könnte nicht meinen wie beschäftigt man hier sein kann. Da wir einiges an Arztbesuchen zu erledigen hatten und haben, haben wir versucht dazwischen immer wieder Highlights für die Kinder einzubauen. Eine Fahrt zum Arzt ist immer gleich verbunden mit einer ein bis zwei Stündigen Fahrt durch einen wuseligen afrikanischen Verkehr in einer mehrmillionen Stadt.
So war Nele beim Kinderarzt weil sie bis 41 hochfieberte und es sich Gott sei dank nur um Dreitagefieber handelte. Ich durfte einen Zahnarzt beglücken, da ich unter den alten Füllungen Karies hatte und so nun 5 Zähne erneuert werden mussten ( 3 sind erledigt und die backe blau und dick). Dazwischen Einkäufe zum Teil für die Arbeit zum Teil privat, denn hier gibt es viele nette Dinge die es bei uns nicht gibt. Dann alte Freunde besuchen, die bald nach Deutschland zurückkehren werden- also ein Abschied auf lange zeit hin. Dazwischen dann ein Abstecher ins nahegelegen Elefanten Waisenheim um die Ecke wo man winzige Elefanten Babys bestaunen und sogar streicheln kann. Giraffen Park, wo man Giraffen, von Hand füttern kann und die lagen Wimpern der Tiere aus nächster Nähe bewundern kann. Eine Glasfabrik in der Nachbarschaft die aus Flaschen und Bruchglas die wunderschönsten Kunstwerke zaubert und eine Ketten Fabrik in der über 300 Frauen Tonperlen rollen und es sogar eine Filiale in Deutschland gibt ( Kazuri- heißen die tollen Ketten). So hatten wir kaum einen Tag wo wir mal nur in unserer schönen Gästewohnung waren und wir freuen uns auf ein ruhiges Geita.
Und alles das konnten wir zusammen mit unseren beiden Mama's erleben, denn sie waren zu einem spontan Kurzbesuch für eine Woche zu uns gestossen! nach nairobi gibt es unglaublich billige Flüge und hier brauch ma die ganzen Impfungen und Malariamediaktion nicht und deshalb war es ganz einfach so einen spontan Trip zu machen.
Es war vorallem für Marina, Hanna und Nele ein Highlight die beiden bei sich zu haben und sie haben die zeit intensiv genutzt! Es war sehr nett für uns alle und Daniel hat auch endlich seinen Big Mac bekommen!
Bei Diguna durften wir auch einen Abend erleben, wie es sich anfühlt wenn aus nächster Nähe ein Löwe brüllt, denn ein kleiner Nationalpark grenzt direkt an das Grundstück auf dem wir wohnen. Ein uriges Gefühl mit der Taschenlampe in die Dunkelheit zugehen und die Angst im Nacken das da gleich ein Löwe aus dem Gebüsch springen könnte. Leider haben wir ihn nicht gesehen.
Nun hat sich Nele erholt und morgen wird sie einen Batzen an Impfungen bekommen, betet bitte das sie das gut wegpackt und wir sie nicht auf der Rückfahrt krank haben. Ich selber gehe morgen die letzten zwei zu behandelten Zähne an und auch Marina wird noch einen Arzt besuchen.
Bisher waren alle Stuhl- Urin und Blutproben ok und wir konnten keine tropischen Krankheiten erkennen. Welch ein Geschenk gerade bei den Kindern die ja überall Rumstreunern. Ein paar letzet Einkäufe werden nun erledigt und es wird wohl viel Brokkoli gekauft werden, den ich dann in Geita einfrieren werde. Denn Nele war ganz begeistert von Blumenkohl und Brokkoli.
Unsere letzet Ernte war ja leider missglückt.
In Nairobi
Written by Stefanie Monday, 08 June 2009 17:46
Nachdem wir letzte Woche Mittwoch von Geita aufbrachen sind wir ja nun doch seit Samstag sicher und gut in Nairobi angekommen.Unsere erste tagesreise ging nur bis etwa 1,5 Std vor die Kenianische Grenze, wo Missionare wohnen bei denen wir übernachten konnten. Die gute Frau feierte am Vortag ihren 66. Geburtstag und wir hatten ganz zufällig den geburtstagskuchen mit.
Donnerstag ging es um 7Uhr morgens los und um 7:10 war die Reise erst mal zu Ende denn wir hatten einen Platten ,der uns erst mal eine halbe Stunde unserer Zeit raubte.
Aber dann ging es gut weiter und am späten Nachmiitag kamen wir in Kijabe an. das ist etwa 60km vor Nairobi und gilt als eine der größten Missionsstationen der Welt. Zusammengezählt mit allen Missionarskindern die dort auf eine Schule gehen kann man fast von 1000 Weißen ausgehen so sagte man uns. Grund für uns dort halt zu machen war ein deutscher Kinderarzt der dort im Missionskrankenhaus arbeitet. Er schaute sich am Freitag unsere Drei Kinder an. Also Laborchecks und Untersuchung und alles was wir so gesammelt haben. Es lohnte sich. Marina war fit, Hanna hatte sich einen Harnwegsinfekt und Mandelentzündung eingefangen und Nele bekam eine 6fach Impfung (sponsered by Kenia) und eine orthopäde schaute sich ihren Fuß an, der etwas schief ist und wir abklären wollten was da zu machen ist. dazu kam das sie nun auch die Mandelentzündung von Hanna übernommen hat.
Zusätzlich konnte Daniel ein Kurzseminar halten, um mit den Dorfgeundheitshelfern zu erarbeiten wie sie mit Kleingruppen eine Arbeit anfangen können, so das Frauen ein Grundkapital ansparen für den Fall eines Notfalls-also fast wie eine Art Versicherung.
Samstag kamen wir dann in Nairobi an und haben uns sehr über eine nette Gästewohnung gefreut die uns nun für die kommenden 3 Wochen auf dem Digunagelände zur Verfügung steht. Der Blick aus dem Wohnzimmer geht auf den Nairobi Nationalpark aber wir haben leider noch keine Giraffen gesehen.
Das Wiedersehen mit alten und neuen Freunden wird uns nun begleiten. Manche hier bei Diguna, andere die nach einem Jahr Heimataufenthalt nun über Nairobi zurück kommen und wieder andere die bald nach Deutschland zurück gehen werden.
Dazwischen sind dann Dinge wie Arztbesuche, und treffen mit anderen Leitern von Selnsthilfegruppen und so weiter geplant. Es wird nicht langweilig werden.
Wasser ist das Problem!
Last Updated on Wednesday, 27 May 2009 19:27 Written by Daniel Tuesday, 26 May 2009 19:50
Irgendwie kommt es im Moment an allen Ecken immer zum gleichen Thema: Wasser.
In unseren Gruppen war fast immer die erste Anfrage nach Hilfe eine Frage zum Thema Wasser. In dem Dorf gibt es keine saubere Wasserquelle, es gibt einige Wasserlöcher, aber alles Wasser ist dreckiges Oberflächenwasser. Die Farbe liebt meistens bei gutem Kaffee mit viel Milch, bei einem normalen Trinkglas kann man beim durchschauen nichts mehr erkennen. Was mich erschreckt hat ist, dass ie Menschen das Wasser so direkt trinken!
Eigentlich kochen die meisten Menschen das Wasser ab, aber da sämtliche Bäume und Sträucher im Umkreis abgeholzt wurden ist das sammeln von Brennholz sehr müßig. Wenn sie dann nach Stunden genug gesammelt haben zum Essen kochen, dann reicht es einfach nicht mehr noch welches zu sammeln um Wasser abzukochen. Natürlich ist das reine Bequemlichkeit, aber wir haben da leicht reden, wir müssen nicht jeden Tag 3 Stunden laufen um auf dem Kopf dann ein Bündel dorniger Zweige zuschleppen!
Die Menschen wissen, das sie eigentlich was tun müssten, aber sie haben nicht das Geld sich sauberes Wasser zu kaufen.
Es gibt sehr einfach Methoden Wasser zu Trinkwasser zu machen, ich habe die letzten Tage Material dazu gesammelt und jetzt werden wir diese Woche dazu in allen Gruppen unterrichten den sauberes Wasser kann viele Probleme lösen. Die Krankheiten und die dadurch eingesparten Medikamentenkosten, können eine Familie sehr entlasten.
Das Wasser muss zu erst einmal gefiltert werden, dazu reicht es das Wasser durch ein sauberes Tuch zu schütten. Dann wird das Wasser in Krügen ein Tag stehen gelassen und dann in einen anderen Krug ganz vorsichtig umgefüllt, grober Dreck hat sich abgesetzt und bleibt zurück im ersten Krug, je nach Verschmutzung muss man das mehrere Tage wiederholen. Danach ist das Wasser zumindest schon einmal klar und von den meisten Parasiten befreit, alleine jetzt schon ist es bis zu 60% verträglicher und das ohne Kosten!
Dies kann man auch mit einem einfachen selbstgebauten Filter aus Holzkohle und Sand erreichen, aber das erfordert wieder das man Material besorgt und was baut und später in Schuss hält.
Eine ganz einfach und simple Methode Bakterien zu entfernen ist die so genannte Solardestillation. Dabei wird das Wasser in 2 Liter PET Flaschen gefüllt und wird dann mindestens sechs Stunden in die Sonne gelegt. Die UV-Strahlung zusammen mit der Wärme erledigt alle Parasiten und 98% aller Bakterien! Diese Methode kostet wiederum nichts und ist vor allem sehr sicher da man eigentlich nichts falsch machen kann!
Man kann auch mit Samen von einer bestimmten Baumsorte (Moringa) das Wasser säubern, oder durch Zugabe von Chlor, aber viele dieser Methoden kosten entweder Geld oder sind sehr aufwendig. Das ist, ohne es böse meinen zu wollen, leider zu viel für die Menschen in den Dörfern.
Ich werde ihnen diese beiden einfachen Methoden jetzt versuchen zu erklären und hoffe das sie es dann auch wirklich praktisch anwenden können.
Hier in Geita benutzen wir noch einen anderen Filter und zwar bauen wir so genannte Biosand Wasserfilter. Dabei wird eine Zementform gegossen in die verschiedene Schichten Kies und Sand gefüllt werden, durch das Design muss das Wasser durch diese Schichten und durch eine natürliche Schicht von Bakterien wird das Wasser gereinigt.
Wir haben die Form und das Material diese Filter zu bauen und haben damit nun begonnen. Für den Gebrauch hier in der Stadt sind sie sehr gut geeignet, durch das Gewicht von 110KG und den relativ hohen Preis (25€) aber nichts für die Ärmsten in den Dörfern.
Auch Privat beschäftigt uns das Thema, denn wir haben ja keine Wasserquelle, Brunnen oder Wasseranschluss hier, seit dem wir hier wohnen hat Gott uns so regelmäßig Regen geschenkt, das der 2000L Tank nie leer wurde. Doch jetzt hat die Trockenzeit begonnen und das heißt bis Oktober wird es erst mal nicht mehr regnen. Die 2000L sind natürlich jetzt trotz aller Sparmassnahmen wie Duschwasser für Wäsche zu nutzen bald aufgebraucht! Dann werden wir uns Wasser an unserem alten Haus holen müssen was 6KM weg ist! Das wird eine ziemliche Arbeit werden, da lernt man neu schätzen wie kostbar Wasser ist
Sandkiste
Last Updated on Wednesday, 20 May 2009 20:13 Written by Daniel Monday, 18 May 2009 18:11
Gestern konnten Marina, Hanna und Nele endlich ihren Neuen Sandkasten einweihen.
Steffi hatte bei Tchibo ein Bild entdeckt und wir haben die Kiste hier in unserer Werkstatt dann nach gebaut und etwas den Afrikanischen Verhältnissen angepasst!
Vorallem um lästige Termiten fernzuhalten und bessern Sc
hutz vor Schlangen und Gevieh zu haben wir die Kiste noch auf einen Sockel gesetzt und eine unten geschlossene Wanne gemacht.
Gestern haben die drei schon den ersten Test gemacht und ihre Reaktionen sind als ein Qualitätsurteil Sehr Gut zu werten!
Erstes offizielles Gruppenmeeting
Last Updated on Tuesday, 19 May 2009 10:40 Written by Steffi Sunday, 10 May 2009 19:17
Gestern durfte ich Daniel mal ablösen und mit Angelina zusammen ins Dorf fahren. Dort haben wir bei 2 Gruppen den offiziellen Startschuss gegeben.
Erstes Treffen war für 3 geplant und um 4 waren etwa 1/3 der Leute da.
Es wurde quasi der Verlauf der zukünftigen Treffen vorgestellt. Die ersten Buchführer wurden gewählt und die Gruppe musste entscheiden für welchen Zeitraum. Dann wurde abgestimmt wie viel jede Woche gespart wird. Beide einigten sich auf etwa 30 Cent die Woche. Das kam mir recht viel vor ist es doch etwa ein viertel eines Tagelöhnerlohns hier.
Dann kam ein heikles Thema: Strafen zahlen. Für zu Spät kommen, für nicht erscheinen … Ich war sehr gespannt- und nachher enttäuscht 100 sh Strafe wenn man sich mehr als 1,5 Std. verspätet. Für mein deutsches Empfinden eine untragbare Entscheidung. Bei anderen war es wiederum 15 min…
Jede Gruppe hat die Aufgabe sich ein gemeinsames Projekt zu überlegen. Das soll sie in ihrem Zusammengehörigkeitsgefühl stärken. Da kommen interessante Ideen. Wir schmeißen alle Eier von uns zusammen und dann lohnt es sich sie in Geita auf dem großen Markt zu verkaufen. Wir kaufen Fisch und räuchern ihn und verkaufen ihn.
Gemeinsamer an und Verkauf von Reis. Tonziegel brennen.
Ideen sind da, und nun heißt es im nächsten Treffen zu überlegen, wie und was man wie anfängt und durchführt. Jeder bekommt nun so etwas wie sein eigenes Sparbuch und dann wird gesammelt.
Bei einigen sah es gut aus, bei anderen schlechter. Die „Regel“ sagt eigentlich das man sich an einem neutralen Ort trifft. Eine Gruppe wählte das Baumwolllager, die anderen die Dorfmitte.
In der Dorfmitte ergab sich das Problem, das zwei Mitglieder direkt hinter dem großen Platz wohnten und ständig andere mit Trinkwasser versorgten. Andere riefen ständig Kindern hinterher, irgendwo kam ein Gast und eine Frau verschwand mal eben schnell um Hallo zu sagen…. Alles zusammen viel Unruhe und die ganze Stunde über war nicht einmal alle zusammen anwesend. Das ist schon kein guter Anfang und zeigt, das man manche Basiselemente einfach beherzigen muss, denn sonst ist die nötige Disziplin nicht da.
Wir sind gespannt wie es weitergeht. Momentan sind die Gruppen auf etwa 7-10 Leute zusammengeschrumpft , man ist vorsichtig.
Bitte betet, das sich die Gruppen auf bis zu 20 Leuten auffüllen und das eine gute Dynamik entsteht.
Albinos demonstrieren
Last Updated on Sunday, 10 May 2009 19:44 Written by Daniel Saturday, 09 May 2009 19:13
Als wir letzte Woche in Mwanza waren, kamen wir mitten rein in eine Demonstration von Albinos.
In den letzten Monaten ist ja auch in den Deutschen Medien darüber berichtet worden, das etliche Albinos umgebracht worden sind um an Ihre Körperteile zu gelangen. Es hält sich zeit Langer Zeit die Sage, das man mit Gliedmasen von Albinos Zaubersrüche aussprechen kann, die einem zu Reichtum verhelfen, voralllem soll es einem Gold finden helfen. Da ist es kein Wunder, dass unsere Geita Region am schlimmsten betroffen ist!
Die Regierung versucht zu helfen, hat eine eigene Wahl initisiert, bei der jeder geheim andere beschuldigen konnte involviert zu sein, ob das Erfolg hatte ist fraglich.Zumindest ist es so zu beobachten, das der Status der Albinos in der Gesellschaft gestiegen ist, da die Menschen sich auf ihre Seite stellen und sie sich mehr trauen.
So gar der Vizepräsident und etliche andere Minister waren gekommen zur großen Kundgebung,bei der wir selbst nicht waren. Wir haben nur die Demonstrationsvorbereitungen und den Losmarsch beobachten können. Da wir aus zwei Gründen nicht weg kamen, zum einen war die Strasse gesperrt worden und zum anderen hatte Steffi den Schlüssel im Auto eingeschlossen...
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